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Makramee-Knotenknüpfen lernen, Knoten für Knoten
GrundlagenAktualisiert am 3 Min. Lesezeit

Geschichte des Makramee

Makramee ist keine Erfindung der Siebzigerjahre. Das Wort ist arabischen Ursprungs, die Technik wanderte über Südeuropa an Königshöfe und Schiffsdecks, bevor sie als Blumenampel in fast jedes Wohnzimmer kam.

Knoten gehören zu den ältesten Techniken überhaupt. Die Geschichte des Makramee im engeren Sinn – also des dekorativen Knüpfens von Fäden ohne Nadel – lässt sich aber nur in Umrissen erzählen. Manche Stationen sind gut belegt, andere beruhen auf Deutungen. Diese Übersicht hält sich an das, was in Nachschlagewerken wie Wikipedia zusammengetragen ist.

13. Jh.Wort „miqrama“ belegt1527„Groppi moreschi“ bei Taglientespätes 17. Jh.Hof von Maria II.1867Weltausstellung Paris1882„Sylvia’s Book of Macramé Lace“19. Jh.Seeleute knüpfen an Bord1970erBlumenampeln, Wandbehänge2010erWiederentdeckung
Stationen der Makramee-Geschichte. Eigene Zeichnung.

Ein arabisches Wort

Das Wort stammt aus dem Arabischen. Miqrama bezeichnete ein Tuch mit Zierfransen oder einen geknüpften Schleier und ist seit dem 13. Jahrhundert belegt. Über das Türkische makrama und das Italienische macramè gelangte es ins Französische und schließlich als Makramee ins Deutsche. Als Weg der Technik nach Europa gilt die Iberische Halbinsel zur Zeit der maurischen Herrschaft. Von dort breitete sie sich nach Italien aus, besonders nach Ligurien.

Frühe Spuren

Fransenartige Knüpfarbeiten sieht man schon auf sehr alten Darstellungen. Eine assyrische Reliefdarstellung aus dem 9. Jahrhundert vor Christus wird von manchen Forschern so gedeutet, dass ein Gewandsaum mit geknüpften Fransen gezeigt ist. Ob es sich dabei wirklich um Makramee handelt, lässt sich nicht sicher sagen. Ähnlich unklar ist eine Stelle in einem italienischen Musterbuch von Giovanni Antonio Tagliente aus dem Jahr 1527, das von „groppi moreschi“ spricht, von maurischen Knoten.

Am englischen Hof

Gut überliefert ist, dass Königin Maria II. von England im späten 17. Jahrhundert Knüpfarbeiten schätzte und sie ihren Hofdamen beibrachte. Auch Königin Charlotte, die Frau Georgs III., wird im Zusammenhang mit dieser Handarbeit genannt. Makramee war damit eine Beschäftigung des Adels, nicht nur des Handwerks.

Das 19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert erlebte Makramee seine erste große Blüte. In Ligurien, vor allem rund um Chiavari und Genua, wurde die Technik zu einem kleinen Gewerbe. Auf der Pariser Weltausstellung 1867 zogen Arbeiten aus dieser Gegend Aufmerksamkeit auf sich. In England und Amerika schmückten geknüpfte Borten Tischdecken, Vorhänge und Kleider. Anleitungsbücher wie „Sylvia’s Book of Macramé Lace“ (1882) machten die Muster einem breiten Publikum zugänglich.

Geknüpfter Kragen aus einer Museumssammlung: Makramee als feine Spitze.
Geknüpfter Kragen aus einer Museumssammlung: Makramee als feine Spitze. Foto: Hy Hill, CC BY 4.0, Wikimedia Commons.

Seeleute und ihre Knoten

Gleichzeitig knüpften Seeleute an Bord. Auf langen Fahrten entstanden Hängematten, Glockenzüge, Gürtel und Zierbezüge. Britische und amerikanische Matrosen nannten das oft einfach square knotting – nach dem Kreuzknoten, englisch Square Knot. Viele Knoten, die heute im Makramee selbstverständlich sind, stammen aus diesem Umfeld oder sind eng mit Seemannsknoten verwandt, etwa der Josephinenknoten.

Cavandoli: Muster mit zwei Farben

Eine besondere Spielart entstand im frühen 20. Jahrhundert in Turin. Die Lehrerin Valentina Cavandoli brachte Kindern eine Technik bei, die mit zwei Farben und dicht gesetzten Rippenknoten geometrische Muster erzeugt. Sie ist bis heute unter ihrem Namen bekannt.

Die Siebzigerjahre

Seit den 1960er-Jahren erschienen neue Anleitungsbücher, und in den 1970ern wurde Makramee zu einem Massenhobby. Blumenampeln, Wandbehänge, Taschen und Gürtel entstanden in unzähligen Wohnzimmern, oft mit Holz- und Glasperlen kombiniert. Anfang der 1980er galt das dann als altmodisch, und Makramee verschwand weitgehend aus den Regalen.

Die Wiederentdeckung

In den 2010er-Jahren kam Makramee zurück – diesmal in Naturtönen, mit weichem Baumwollgarn und langen, gekämmten Fransen. Die Blumenampel ist wieder da, und der Wandbehang über dem Sofa auch. Die Knoten sind dieselben geblieben.

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