Lerchenkopfknoten
Fast jede Makramee-Arbeit beginnt mit ihm: Der Lerchenkopf hängt einen Faden an Stab, Ring oder Leitfaden und macht aus einem Stück Garn zwei gleich lange Arbeitsfäden.
Der Lerchenkopfknoten, oft auch Ankerknoten genannt, ist kein Knoten, den man lange übt. Er ist in wenigen Sekunden gemacht. Trotzdem lohnt es sich, ihn genau anzuschauen: Wer ihn ungleichmäßig anzieht, sieht das später an der ganzen oberen Kante eines Wandbehangs oder einer Blumenampel.
Wofür du den Lerchenkopf brauchst
Beim Makramee arbeitest du fast immer mit Fäden, die an etwas hängen – an einem Holzstab, einem Metall- oder Holzring, einem Ast oder einem waagerecht gespannten Leitfaden. Der Lerchenkopf verbindet den Faden mit dieser Aufhängung. Weil der Faden dabei in der Mitte gefaltet wird, entstehen aus einem abgeschnittenen Stück zwei Arbeitsfäden. Das ist wichtig für die Rechnung: Schneidest du acht Fäden zu, hast du am Stab sechzehn Enden, mit denen du weiterknüpfst.
Schritt für Schritt
- Falte den Faden genau in der Mitte, sodass eine Schlaufe entsteht und beide Enden gleich lang sind.
- Lege die Schlaufe von vorn nach hinten über den Stab, sodass sie hinten nach unten hängt.
- Greif durch die Schlaufe und zieh beide Enden nach vorn durch sie hindurch.
- Zieh die Enden nach unten, bis die Schlaufe glatt und ohne Verdrehung am Stab anliegt.
- Schieb den Knoten auf seinen Platz und richte ihn an seinen Nachbarn aus.

Vorderseite und Rückseite
Legst du die Schlaufe andersherum über den Stab, also von hinten nach vorn, entsteht der umgekehrte Lerchenkopf. Auf der Vorderseite siehst du dann keinen waagerechten Bügel, sondern zwei kleine senkrechte Wülste. Beides ist richtig, es ist eine Frage des Aussehens. Wichtig ist nur, dass du dich für eine Variante entscheidest und sie über die ganze Breite beibehältst. Ein einzelner verdrehter Knoten fällt in einer Reihe sofort auf.
Zieh jeden Lerchenkopf mit ähnlicher Kraft an. Am besten fasst du dafür beide Enden gemeinsam und ziehst senkrecht nach unten, nicht schräg zur Seite.
Lerchenkopf auf einem Leitfaden
Nicht nur Stäbe dienen als Aufhängung. Bei Schmuck, bei Schlüsselanhängern oder bei Mustern, die mit einer Reihe aus Rippenknoten beginnen, hängst du die Fäden oft an einen straff gehaltenen Faden. Das Prinzip ist dasselbe. Den Leitfaden befestigst du vorher mit Klebeband oder zwei Stecknadeln am Arbeitsbrett, damit er beim Anziehen nicht nachgibt.
Der erweiterte Lerchenkopf
Wer eine besonders dekorative obere Kante möchte, ergänzt den Lerchenkopf um halbe Schläge: Nach dem normalen Knoten legst du jedes Ende noch einmal einzeln um den Stab und ziehst es durch die entstehende Schlinge. So wird die Kante breiter und sitzt fester. Diese Variante eignet sich vor allem bei dickem Garn und kurzen Stäben, wo wenige Fäden die ganze Breite füllen sollen.
Häufiger Fehler: Die beiden Enden sind nicht gleich lang. Das merkst du oft erst am Schluss, wenn ein Faden nicht mehr für die Fransen reicht. Miss deshalb vor dem Falten nach oder lege die Enden kurz nebeneinander.
Wie viele Fäden passen auf den Stab?
Als grobe Orientierung braucht ein Lerchenkopf auf dem Stab etwa die dreifache Garnstärke an Breite, eher etwas mehr. Bei 5-mm-Garn und 60 cm nutzbarer Stablänge landest du also bei ungefähr 30 bis 40 Knoten, wenn sie dicht an dicht sitzen sollen. Plane lieber ein paar Zentimeter Rand links und rechts ein. Wie viel Garn du je Faden zuschneiden solltest, steht im Beitrag Garnlänge berechnen.
Und danach?
Sitzen alle Fäden, geht es meist mit dem Kreuzknoten weiter – dem Knoten, aus dem die meisten Flächen, Ketten und Netze im Makramee bestehen.