Werkzeug und Arbeitsplatz
Makramee braucht keine Maschine und kaum Werkzeug. Trotzdem machen ein paar Dinge das Knüpfen deutlich angenehmer – vor allem eine Aufhängung in der richtigen Höhe.
Wer anfängt, braucht im Grunde nur Garn, eine Schere und etwas, woran die Fäden hängen. Alles andere ist Komfort. Der Übersichtlichkeit halber hier die Liste in drei Stufen.
Stufe 1: Das Nötigste
- Garn: Welche Stärke und Art zu dir passt, steht im Beitrag Makramee-Garn.
- Eine scharfe Schere: Stumpfe Scheren quetschen das Garn und lassen es ausfransen. Eine Stoffschere, die nur für Garn benutzt wird, bleibt lange scharf.
- Maßband: Für den Zuschnitt, siehe Garnlänge berechnen.
- Etwas zum Aufhängen: ein Holzstab, ein Ast, ein Holz- oder Metallring. Für den Einstieg reicht ein Rundholz aus dem Baumarkt mit 15 bis 25 mm Durchmesser.
Stufe 2: Die Aufhängung
Der wichtigste Komfortgewinn ist eine gute Aufhängung. Makramee knüpft man am besten stehend oder sitzend mit der Arbeit vor sich auf Brust- bis Augenhöhe. Dann arbeiten die Arme locker, und du siehst jeden Knoten von vorn.
- Kleiderstange oder Garderobe: Ein Stab mit zwei S-Haken an einer Kleiderstange ist eine bewährte Lösung.
- Makramee-Ständer: Es gibt eigene Gestelle, deren Höhe man verstellen kann. Sie lohnen sich, wenn du regelmäßig knüpfst.
- Türrahmen: Ein Klimmzugstab oder ein Haken am Türrahmen funktioniert auch, blockiert aber die Tür.
- Blumenampeln: Für sie hängt man den Ring an einen Haken und knüpft nach unten. Weil die Fäden lang sind, hilft es, sie zwischendurch zu Bündeln aufzuwickeln.
Wickle lange Fäden zu kleinen Knäueln auf und sichere sie mit einem Haargummi. So verheddern sie sich nicht, und du ziehst nicht ständig meterweise Garn durch jeden Knoten.
Stufe 3: Praktische Kleinigkeiten
- Kreppband: um Fäden auf dem Tisch zu fixieren oder Hilfslinien für diagonale Rippenknoten zu markieren.
- Kamm oder Bürste: um Fransen aus gedrehtem oder Single-Twist-Garn auszukämmen. Eine Tierbürste mit Metallborsten funktioniert erstaunlich gut.
- Korkplatte oder Klemmbrett mit Stecknadeln: für Schmuck und kleine Stücke, die man lieber im Sitzen auf dem Schoß knüpft.
- Holzperlen: Achte auf das Loch. Bei 4-mm-Garn sollte es mindestens 6 bis 8 mm groß sein, damit zwei Fäden hindurchpassen.
- Textilkleber: für Schmuck, um Enden auf der Rückseite zu sichern. Bei größeren Arbeiten ist er meist unnötig.
- Wasserlöslicher Stift oder Maßband mit Klammer: um Abstände zwischen Knotenreihen gleichmäßig zu halten.

Der Arbeitsplatz
Ein guter Platz hat Licht von vorn oder von der Seite, keine Schatten auf der Arbeit und genug Raum, damit die Fäden frei nach unten hängen. Bei langen Stücken sollte darunter Platz bis zum Boden sein oder zumindest eine saubere Fläche, auf die die Enden fallen können. Wer im Sitzen knüpft, legt sich ein Kissen in den Rücken und die Arbeit auf Augenhöhe, nicht auf den Schoß – sonst beugt man sich stundenlang nach vorn.
Gedrehtes Baumwollgarn fusselt. Ein Tuch unter der Arbeit sammelt die Fasern, und nach dem Knüpfen ist der Boden schnell wieder sauber.
Was du nicht brauchst
Spezielle Knüpfnadeln, Knotenhalter oder teure Komplettsets sind nett, aber nicht nötig. Für die ersten drei, vier Projekte reicht, was oben unter Stufe 1 und 2 steht. Kauf zusätzliches Werkzeug erst, wenn du merkst, dass dir an einer bestimmten Stelle etwas fehlt.