Rippenknoten (doppelter halber Schlag)
Mit Rippenknoten zeichnest du Linien in eine Makramee-Arbeit: gerade Abschlüsse, schräge Streifen, Blätter und Zickzackmuster. Der Knoten besteht aus zwei halben Schlägen um einen gespannten Leitfaden.
Der Rippenknoten ist im Grunde ein halber Schlag, der zweimal hintereinander gelegt wird. Im Englischen heißt er Double Half Hitch, bei Seglern kennt man die Form als Clove Hitch oder Webeleinstek. Anders als beim Kreuzknoten wandert hier nicht der Knoten über die Füllfäden, sondern viele Arbeitsfäden legen sich nacheinander um einen einzigen Leitfaden.
Leitfaden und Arbeitsfäden
Der Leitfaden ist der Faden, um den geknüpft wird. Er gibt die Richtung der Linie vor: waagerecht, schräg oder auch in einer Kurve. Du hältst ihn straff in der Hand, während die Arbeitsfäden einer nach dem anderen darum gelegt werden. Oft ist der Leitfaden einfach der äußerste Faden der Arbeit, der quer über die anderen gelegt wird.
Waagerechte Reihe, Schritt für Schritt
- Nimm den äußersten linken Faden als Leitfaden und leg ihn waagerecht über alle anderen Fäden nach rechts. Halte ihn mit der rechten Hand straff.
- Führ den ersten Arbeitsfaden rechts daneben von unten über den Leitfaden, dann hinter ihm nach unten und links von sich selbst wieder nach vorn. Das ist der erste halbe Schlag.
- Schieb die Schlinge nach links und zieh sie an.
- Wiederhole denselben Griff mit demselben Arbeitsfaden rechts neben der ersten Schlinge. Nun sitzt ein vollständiger Rippenknoten.
- Arbeite so Faden für Faden nach rechts.
- Am Ende kannst du den Leitfaden wieder nach links legen und eine zweite Reihe knüpfen. Zwei Reihen direkt untereinander ergeben eine kräftige Rippe.

Diagonale Reihen
Hältst du den Leitfaden schräg nach unten, entsteht eine diagonale Linie. Die Schrägung bestimmst du nur mit der Hand. Je steiler du den Leitfaden hältst, desto steiler wird die Linie. Zwei diagonale Reihen, die sich in der Mitte treffen, ergeben ein V; zwei, die auseinanderlaufen, eine Raute. Legst du zwei gebogene Reihen gegeneinander, entsteht ein Blatt. Diese Blattformen sieht man an vielen Wandbehängen und Federn aus Makramee.
Bei diagonalen Reihen lohnt es sich, eine Hilfslinie mit Kreppband auf den Untergrund zu kleben. So werden linke und rechte Hälfte gleich steil.
Senkrechte Rippenknoten
Du kannst das Prinzip auch umdrehen: Ein einzelner Arbeitsfaden läuft waagerecht durch die Arbeit und legt sich nacheinander um jeden senkrechten Faden. Dadurch entstehen kleine senkrechte Wülste. Wenn der waagerechte Faden eine andere Farbe hat als die senkrechten, wird er zum Zeichenstift. Genau darauf beruht die Cavandoli-Technik: Sie arbeitet mit zwei Farben und wechselt zwischen waagerechten und senkrechten Rippenknoten, sodass Muster wie auf Karopapier entstehen. Benannt ist sie nach der Turiner Lehrerin Valentina Cavandoli, die sie im frühen 20. Jahrhundert mit Kindern knüpfte. Mehr zur Geschichte steht im Beitrag Geschichte des Makramee.
Häufiger Fehler: Der Leitfaden wird beim Knüpfen nicht straff gehalten. Dann legen sich die Arbeitsfäden nicht um ihn, sondern er legt sich um sie – und die Linie verschwindet in einem Knäuel.
Wo Rippenknoten ihre Stärke haben
- als sauberer oberer oder unterer Abschluss einer Fläche
- für V-Formen, Rauten und Zickzack im Wandbehang
- für Blätter und Federn
- für Armbänder mit Schrägstreifen, wie man sie von Freundschaftsbändern kennt
Weil jeder Arbeitsfaden zweimal um den Leitfaden läuft, braucht eine Fläche aus Rippenknoten viel Garn. Rechne lieber großzügig und probiere die Linie zuerst an einem kurzen Musterstück aus.