Wandbehang aus Makramee
Ein Wandbehang ist ein Übungsstück, das man gern aufhängt. An ihm probierst du die wichtigsten Knoten nebeneinander aus – und am Ende hängt ein Stück an der Wand, das zu dir passt.
Der hier beschriebene Wandbehang ist etwa 45 cm breit und mit Fransen rund 70 cm lang. Er besteht aus drei Zonen: einem dichten Kopfteil, einem Dreieck aus versetzten Kreuzknoten und einem V aus Rippenknoten. Darunter hängen lange Fransen, die du zum Schluss auf Form schneidest.
Material
- 16 Fäden à 5,4 m, am besten Single Twist oder weiches, gedrehtes Garn in 4 bis 5 mm
- ein Holzstab oder ein Stück Treibholz, etwa 60 cm lang
- ein Stück Garn zum Aufhängen
- Schere, Maßband, Kamm oder Bürste
Die Zuschnittlänge ist im Beitrag Garnlänge berechnen Schritt für Schritt hergeleitet. Wer lieber etwas länger knüpft, schneidet großzügiger zu.
Schritt für Schritt
- Hänge den Stab auf Brusthöhe auf und befestige alle 16 Fäden mit Lerchenköpfen. Du hast jetzt 32 Enden.
- Kopfteil: Knüpfe zwei Reihen versetzter Kreuzknoten dicht unter dem Stab. Die erste Reihe über alle Fäden, die zweite versetzt um zwei Fäden.
- Dreieck: Knüpfe weitere Reihen versetzter Kreuzknoten, lass aber in jeder Reihe links und rechts je einen Knoten weg. So wird die Fläche nach unten schmaler, bis in der Mitte nur noch ein Knoten übrig ist.
- Rippenknoten-V: Nimm den äußersten linken Faden als Leitfaden und halte ihn schräg nach unten zur Mitte. Knüpfe alle Fäden der linken Hälfte mit Rippenknoten daran. Dann dasselbe von rechts. In der Mitte treffen sich die beiden Leitfäden.
- Knüpfe unter dem V gern eine zweite, parallele Reihe. Das macht die Linie kräftiger.
- Fransen: Lass die restlichen Fäden hängen und drehe sie mit den Fingern auf. Bei Single Twist kannst du sie direkt auskämmen.
- Schneide die Fransen zuletzt in Form, zum Beispiel als V, gerade Kante oder abgerundet.
Schneide die Fransen erst, wenn der Wandbehang an seinem endgültigen Platz hängt. Durch das Auskämmen werden sie voluminöser und wirken kürzer als vorher.
Muster variieren
Das Grundprinzip bleibt immer gleich: Flächen aus Kreuzknoten, Linien aus Rippenknoten, Zwischenräume als Kontrast. Schon kleine Änderungen machen ein anderes Stück daraus:
- ein Rautenmuster statt eines Dreiecks, wenn die versetzten Reihen erst schmaler und dann wieder breiter werden
- Beeren in den Lücken, siehe Beerenknoten
- Spiralen als senkrechte Akzente am Rand
- Farbe: zwei Fäden in einer anderen Farbe ganz außen, die im V als Leitfäden sichtbar werden
Häufiger Fehler: Die Abstände zwischen den Reihen versetzter Kreuzknoten schwanken. Das fällt an der Wand stärker auf als beim Knüpfen. Ein Maßband, das mit einer Klammer neben der Arbeit hängt, hilft beim Gleichmaß.
Aufhängen
Die einfachste Aufhängung ist ein Stück Garn, das links und rechts am Stab mit einem Überhandknoten befestigt wird. Bei schweren Stücken trägt ein Nagel das Gewicht besser als ein Klebehaken. Hängt der Wandbehang schief, liegt das oft am Stab selbst: Treibholz ist selten gerade. Dann hilft es, die Aufhängeschnur auf einer Seite etwas zu kürzen.
Pflege
Staub lässt sich gut mit einem Föhn auf kalter Stufe oder mit dem weichen Aufsatz des Staubsaugers bei geringer Leistung entfernen. Fransen, die mit der Zeit zusammenfallen, bürstest du einfach wieder aus.