Josephinenknoten
Zwei Schlaufen, die sich über- und untereinander verschlingen: Der Josephinenknoten ist der Schmuckknoten unter den Makramee-Knoten. Er hält nichts fest, er sieht einfach gut aus.
Der Josephinenknoten ist ein flacher Zierknoten aus zwei Fäden oder zwei Fadengruppen. Er ist eng verwandt mit einem Seemannsknoten, der im Englischen Carrick Bend heißt. Während Seeleute damit zwei Taue verbanden, zieht man ihn im Makramee nicht fest, sondern legt ihn locker und gleichmäßig, damit die Form sichtbar bleibt.
Das Prinzip: immer abwechselnd
Das Geheimnis des Knotens ist ein strenges Muster: Wo der zweite Faden auf den ersten trifft, geht er abwechselnd darüber und darunter. Sobald zwei Kreuzungen hintereinander gleich sind, fällt der Knoten auseinander oder sieht schief aus. Wer sich das merkt, braucht kaum eine Anleitung.
Schritt für Schritt
- Nimm den linken Faden und lege eine Schlaufe nach unten, sodass das Ende nach rechts oben über den eigenen Faden zurückläuft. Die Schlaufe liegt also mit dem Ende oben.
- Leg den rechten Faden unter die ganze Schlaufe, sodass er quer darunter liegt.
- Führ den rechten Faden nun von unten nach oben: über den oberen Schenkel der Schlaufe,
- dann unter der Kreuzung des linken Fadens hindurch,
- dann über den nächsten Faden, den er erreicht,
- und zum Schluss unter dem letzten Schenkel hindurch nach unten.
- Zieh beide Fäden vorsichtig und gleichmäßig nach unten, bis zwei gleich große Bögen sichtbar sind.

Leg den Knoten zuerst flach auf den Tisch und arbeite ihn im Liegen. Erst wenn die Form stimmt, hebst du die Arbeit an und ziehst die Fäden gleichmäßig nach.
Mit mehreren Fäden
Besonders schön wirkt der Josephinenknoten, wenn jede Seite nicht aus einem, sondern aus zwei oder drei parallel liegenden Fäden besteht. Dann entstehen breite, bandartige Bögen. Wichtig: Die Fäden einer Gruppe dürfen sich unterwegs nicht überkreuzen. Streiche sie nach jedem Schritt glatt, sonst wirkt das Band verdreht.
Ketten aus Josephinenknoten
Mehrere Knoten untereinander ergeben eine offene, sehr dekorative Kette. Zwischen den Knoten kannst du einen kleinen Abstand lassen, eine Perle auffädeln oder einen Kreuzknoten setzen, wenn noch Füllfäden vorhanden sind. Solche Ketten eignen sich für Armbänder, Halsketten, Taschenhenkel und als Mittelstück eines schmalen Wandbehangs.
Häufiger Fehler: Der Knoten wird zu fest angezogen. Dann schrumpft er zu einem unförmigen Klumpen, und das Muster ist verloren. Beim Josephinenknoten geht es um die Form, nicht um den Halt.
Josephinenknoten im Schmuck
Mit dünner, gewachster Kordel in 1 mm entstehen feine Knoten, die sich gut für Armbänder eignen. Das Wachs sorgt dafür, dass die Bögen ihre Form behalten. Wer möchte, fixiert den fertigen Knoten auf der Rückseite mit einem Tupfer Textilkleber. Wie man ein Armband mit Schiebeverschluss abschließt, steht im Beitrag Makramee-Armband knüpfen.
Warum er erst Stufe drei ist
Der Josephinenknoten ist nicht schwierig, weil er viele Schritte hätte, sondern weil kleine Ungenauigkeiten sofort sichtbar sind. Rechne mit einigen Versuchen, bis beide Bögen gleich groß werden. Ein Stück Übungsgarn und etwas Geduld reichen.