Kreuzknoten (Flachknoten)
Kein Knoten kommt im Makramee so oft vor wie der Kreuzknoten. Aus ihm entstehen Ketten, Netze, Rauten und fast jede Blumenampel. Wer ihn sicher beherrscht, kann schon die meisten Anleitungen nacharbeiten.
Im Deutschen heißt er je nach Anleitung Kreuzknoten oder Flachknoten, im Englischen Square Knot. Gemeint ist immer derselbe Knoten: Zwei äußere Fäden werden abwechselnd um zwei innere Fäden gelegt, bis ein flacher, symmetrischer Knoten entsteht.
Arbeitsfäden und Füllfäden
Ein Kreuzknoten braucht vier Fäden. Die beiden äußeren sind die Arbeitsfäden – mit ihnen knüpfst du. Die beiden inneren heißen Füllfäden, manchmal auch Einlage- oder Trägerfäden. Sie hängen nur gerade nach unten und werden von den Knoten umschlossen. Dadurch verbrauchen die Arbeitsfäden viel mehr Garn als die Füllfäden, was du beim Zuschneiden berücksichtigen solltest.
Schritt für Schritt
Die Anleitung beginnt links. Du kannst auch rechts anfangen, musst dann aber bei jedem Knoten auf dieser Seite beginnen.
- Leg den linken Arbeitsfaden quer über die beiden Füllfäden, sodass er links eine Schlaufe bildet und rechts unter dem rechten Arbeitsfaden liegt. Die Form erinnert an eine Vier.
- Führ den rechten Arbeitsfaden unter den Füllfäden nach links und von hinten nach vorn durch die Schlaufe.
- Zieh beide Arbeitsfäden gleichmäßig nach außen, bis die erste Hälfte oben an den Füllfäden sitzt. Das ist ein halber Kreuzknoten.
- Jetzt spiegelbildlich: Leg den rechten Arbeitsfaden über die Füllfäden und unter den linken Arbeitsfaden.
- Führ den linken Arbeitsfaden unter den Füllfäden nach rechts und durch die Schlaufe nach vorn.
- Zieh fest. Der Kreuzknoten ist fertig.
Merkhilfe: Der Faden, der zuletzt oben lag, beginnt den nächsten Schritt. Siehst du links am Knoten einen kleinen senkrechten Bügel, hast du links angefangen.

Knotenkette
Mehrere Kreuzknoten mit denselben vier Fäden untereinander ergeben eine flache Knotenkette, im Englischen Sennit. Solche Ketten bilden etwa die Arme einer Blumenampel oder den Kern eines Armbands. Achte darauf, jeden Knoten auf derselben Seite zu beginnen, sonst sieht die Kette unruhig aus.
Versetzte Kreuzknoten
Die bekannteste Fläche im Makramee entsteht, wenn du die Fäden von Reihe zu Reihe neu gruppierst. In der ersten Reihe knüpfst du die Fäden 1–4, 5–8, 9–12 und so weiter. In der zweiten Reihe lässt du die ersten beiden Fäden aus und knüpfst 3–6, 7–10 und so fort. In der dritten Reihe geht es wieder wie in der ersten. So entsteht ein Netz aus rautenförmigen Zwischenräumen. Wie groß diese Lücken werden, bestimmst du über den senkrechten Abstand zwischen den Reihen.
Zu viel Drehung? Dann war es ein Spiralknoten
Wiederholst du versehentlich immer nur die erste Hälfte, dreht sich die Kette nach einigen Knoten wie eine Schraube. Das ist kein Unglück, sondern ein eigener Knoten: der Spiralknoten. Für eine flache Kette musst du die Seiten aber zuverlässig abwechseln.
Häufiger Fehler: Die Füllfäden hängen durch oder werden beim Anziehen mit hochgezogen. Halte sie zwischendurch straff nach unten, zum Beispiel mit dem kleinen Finger oder indem du sie unten mit Klebeband auf dem Tisch fixierst.
Die richtige Spannung
Ein guter Kreuzknoten ist fest, aber nicht gewürgt. Ziehst du zu stark, verzieht sich die Fläche und das Garn wird dünner. Ziehst du zu locker, wirken die Knoten wackelig. Hilfreich ist, die ersten zehn Knoten einer neuen Arbeit bewusst langsam zu knüpfen und dann ein Gefühl für den eigenen Rhythmus zu entwickeln. Probier den Knoten mit einem Stück Garn aus, bevor du an der eigentlichen Arbeit beginnst.
Aus drei bis vier Kreuzknoten lässt sich übrigens mit einem einfachen Griff der Beerenknoten rollen – eine kleine Kugel, die viele Blumenampeln schmückt.